Liebe Blogleser,

im vergangenen Herbst wurde die Initiative “Frauen unternehmen” vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufen. Mit dieser Initiative wirbt der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, für mehr Existenzgründungen und Unternehmertum von Frauen.

Derzeit wird nur knapp jedes dritte Unternehmen von einer Frau gegründet. Um überkommene Rollenbilder abzulegen und um mehr Mädchen und junge Frauen zur Selbstständigkeit zu ermutigen, möchte die Initiative mehr weibliche Vorbilder in der Öffentlichkeit sichtbar machen. 180 Frauen wurden bundesweit im Rahmen dieser Initiative als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet.

BmWi in Gymnasien

Frauen unternehmen – Initiative des BmWi

Ich freue mich eine davon zu sein und habe mir persönlich zum Ziel gesetzt mit Schülerinnen und Schülern in der Oberstufe ins Gespräch zu kommen um das Thema Selbstständigkeit (von Frauen) zu diskutieren. So passt diese Thematik sehr gut in die Themenschwerpunkte des Abiturfachs Politik und Wirtschaft. Am Ende der 11. Jahrgangsstufe wird hier der Berich Strukturwandel/Arbeitsmarktpolitik etc. behandelt.

Ich konnte mich bisher über Einladungen in drei Oberstufenklassen freuen und möchte hier kurz meine Eindrück aus den Gymnasien schildern…

So bestand mein Inputvortrag aus verschiedenen Komponenten:

  1. Strukturwandel/Ebenen des Strukturwandels an verschiedensten Beispielen (z.B. Ausbildung, Konsum, Demographischer Wandel)
  2. das Bild der Frau in den letzten 100 Jahren
  3. Frau in der Wirtschaft.

Schon während der Inputphase gab es spannende Diskussion, Beispiele und auch Bericht aus der eigenen Betroffenheit durch die Arbeitssituation der Eltern.

Wird sich der Anteil an Frauen in Führungspositionen in den kommenden 25 Jahre ändern?

Mein Ziel war es herauszufinden, wie sich die Oberstufenschüler Ihre Zukunft vorstellen. In drei Klassen kamen drei völlig unterschiedliche Diskussionen zu stande und viele Ideen wurden entwickelt, wie eine wirklich gleichberechtigte Gesellschaft aussehen könnte. Dabei sehen die Schülerinnen und Schüler durchaus über die Landesgrenze hinweg und berichten aus Ihren Erfahrungen z.B. durch Auslandsaufenthalte oder über Beispiel aus anderen europäischen Ländern.

Spannend war zu sehen wie unterschiedlich die Einstellung zur Frage “sollen Frauen in Vollzeit-Stellen (und damit Führungspositionen) arbeiten?

Ganz klar wurde in allen Klassen thematisiert, dass die Geburt der Kinder, die Schwangerschaft und die nicht direkte Rückkehr in den Arbeitsalltag ein massives Problem für Frauen ist. Firmen würden dies pauschal einkalkulieren und daher eher männlcihe Bewerbung (v.a. für die Besetzung von Führungspositionen) bevorzugen.

Ganz klar kam in allen drei Klassen (egal ob von weiblichen oder männlichen Teilnehmern) die Rückmeldung, dass der Ausbau der Kitas das Problem nicht wirklich löst, denn beide Geschlechter halten es für eine wenig gute Idee die eigenen Kinder nur sporadisch “zu Gesicht zu bekommen”. Das Vertrauen in eine ganztägige Fremdbetreuung ist gering.

Ebenso wird “Teilzeit”, also eine reduzierte Arbeitszeit immer als  Karriereverlust empfunden. Nur wenige wissen Beispiele wie es anders laufen kann und dass der Schritt in eine selbstständige Tätigkeit ggf. mehr Freiheiten in Sachen Arbeitseinteilung sein kann.

Wo finden sind weibliche Vorbilder in der Wirtschaft?

Auf die Frage, ob jemand eine Frau in einer Führungsposition kennt kam ganz spontan: “ja, meine Mutter, leitet eine Zentrum mit ca. 100 Angestellten”! Erst dann kam Frau Merkel, Frau von der Leyen etc. So gesehen ist für Jugendliche das persönliche Umfeld deutlich wichtiger als “Vorbilder”, die zwar täglich in den Medien präsent doch im täglichen Lebensbezug weit weg sind.

Schnell wird klar, dass neben den arbeitenden Frauen, den Frauen die Führungspositionen übernehmen oder eigene Unternehmen leiten es Männer geben muss, die gewillt sind Erziehungszeit zu nehmen oder selbst ggf. zeitlich Ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

Wichtig war in allen Klassen dass es eine Freiheit für die einzelne Familie geben muss, wie sie sich in Sachen Famiienplanung, Aufteilung der Hausarbeit und Kindererziehung entscheidet.

Ich danke allen Schülerinnen und Schüler ganz herzlich für die angeregten Diskussionen und tollen Ideen eine Zukunft wirklich gleichberechtigt für alle zu gestalten.

Mit besten Grüßen

Martina Henn-Sax

 

 

One Response to BmWi-Initiative “Frauen unternehmen” an Gymnasien: ein Rückblick auf drei Veranstaltungen
  1. Das passt doch super zu diesem Blog-Artikel:
    Es sind die Vorbilder innerhalb der Familie, die zählen…
    http://m.spiegel.de/karriere/berufsleben/a-1040648.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=http://m.facebook.com


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