Liebe Blogleser,

Gesellschaftsstrukturen und soziale Ungleichheit stehen im Fokus der diesjährigen Abiturthemen in verschiedensten Bundesländern.

Der Equal Pay Day, der seit 10 Jahren begangen wird, ist ein Zeichen dieser Ungleichheiten in der Gesellschaft.

Sozialstaatlichkeit im Grundgesetz festgeschrieben

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Sozialstaat. Diese Sozialstaatlichkeit  ist schon im Grundgesetz festgeschrieben. Genauso wie die Gleichheit der Geschlechter. Mann und Frau sind einander gleichgestellt.

Trotzdem: es gibt soziale Unterschiede, es gibt nie die absolute Gleichheit.

Wäre denn absolute Gleichheit sinnvoll? Wahrscheinlich nicht. Wir sind Individuen, so unterschiedlich wie wir nur sein wollen und sein können. Gleichheit wäre Langeweile und würde sicherlich auch Kreativität und Ideenreichtum dezimieren. Die leben nun mal von Vielfalt….

Moderne Gesellschaft – eine Gesellschaft für Frauen?

Wodurch entstehen Ungleichheiten? Wie wandelt sich unsere Gesellschaft? Schaut man auf die großen Faktoren, die unsere Gesellschaft momentan verändern, so sind dies:

  • Demographie,
  • Technologie,
  • Wandel der Industrie von Agrar-Produktion zu Dienstleistung
  • Geschlechterrollen

Betrachten wir die einzelnen Punkte:

Demographie:

die Mitglieder unserer Gesellschaft werden immer älter. Nur wenige Junge kommen nach. Die Geburtenraten sind seit Jahren niedrig und stagnieren. Die Lebenserwartung steigt, die Gesundheitsversorgung ist deutlich besser als vor 50 Jahren, alt werden ist “normal”.

Was für die “Alten” gut ist, ist für die “Jungen” ein Problem. Der Generationenvertrag, der lange Zeit für sichere Renten gesorgt hat, ist in einer nicht “nachwachsenden” Bevölkerung nicht funktionsfähig. Die Mehrbelastung der “Jungen” durch Abgaben für das Rentensystem nicht verantwortbar….2060 wird unsere Gesellschaft deutlich älter sein als 1960. Veränderungen in der Infrastruktur (weniger Schulen – mehr barrierefreie Gebäude) sind nur ein Zeichen dieser Veränderung.

Technologie:

schauen wir nur 50 Jahre zurück, dann wird klar wie stark sich die Technologie weiterentwickelt hat. In allen Bereichen. In der Medizin, in der Kommunikation, in der Energieerzeugung. Dinge, die sich Ihre Großeltern hätten niemals vorstellen können sind heute völlig normal. Sie tragen alle einen kleinen Computer im Hosentaschenformat mit sich herum, durch dessen Hilfe Sie durch kurze Berührungen der Glasflächen im Internet surfen können oder Ihre Freunde kontaktieren.

Arbeitswelt:

Dieser technologische Wandel hat auch stark dazu beigetragen, dass die Arbeitswelt sich ändert. Die Veränderungen sind durch eine immer stärker werdende Ausrichtung zu Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft geprägt. Der Anteil der Landwirtschaft wird immer stärker zurück gedrängt. Die Anzahl der Arbeitskräfte im Agrarbereich sind auf ca. 5% der gesamten arbeitenden Bevölkerung zusammen geschrumpft. Die Produktion nimmt noch ca. 22% ein, alles andere ist Dienstleistung!

Diese Veränderung in der Arbeitswelt geht einher mit Veränderungen in der Geschlechterrolle. Mann und Frau sind nicht mehr auf traditionelle Rollen festgelegt.

Geschlechterrollen:

Unsere Gesellschaft wandelt sich deutlich, v.a. was das Bild der Frau angeht. So wird ihre Rolle nicht mehr durch die traditionelle “Mutter-Hausfrau-gute Seele zuhause” bestimmt, sondern mit einem immer größeren Anteil an Abitur und Studienabschlüssen sind Frauen genauso gut ausgebildet wie ihre männlichen Kollegen. Der Wandel von “körperlicher Schwerarbeit” zu einer Dienstleistungsgesellschaft ermöglichen es Frauen in alle Berufsfelder vorzudringen. So gibt es zwar immer noch traditionell männliche Studiengänge wie Ingenieurwesen oder Maschinenbau, aber auch hier steigt der Frauenanteil deutlich.

Warum schreibe ich dann über Ungleichheit?

Nun, interessanterweise verdienen Frauen – egal in welcher Branche – deutlich weniger als Männer. Komisch?! Da gibt es keine Ungleichheit in der Ausbildung, die Qualifikation passt. Trotzdem verdienen Frauen über das Jahr gesehen gut 1/3 weniger als ihre männlichen Kollegen. gender pay gap nennt man dies. Anders formuliert: eine Frau muss 2017 bis zum 18.3. arbeiten, um das Geiche zu verdienen, das ihr männlicher Kollege bereits am 31.12.2016 erhalten hat (Bezugsjahr 2016).

Gender Pay Gap! Infografik der Hans-Böckler-Stiftung

Gender Pay Gap! Infografik der Hans-Böckler-StiftungDieser Tag, dieses Jahr der 18.3.2017, ist der Equal Pay Day.

Dieser Tag ist dieses Jahr am 18.3.2017. Das ist der Equal Pay Day.

Seit 10 Jahren wird dieser Tag begangen und erinnert an die ungleiche Bezahlung von Frau und Mann. 2007 war der Equal Pay Day noch am …3.2007. Es gibt also Hoffnung. In xxx Jahren werden Frauen dann wahrscheinlich genauso viel verdienen, wie ihre männlichen Kollegen…

Soziale Ungeleichheit: ein Abiturthema!

Wie zu Beginn dieses Blogartikels erwähnt sind dies Themen die in den Fächern Politik & Wirtschaft bzw. PGW oder SoWi abiturrelevant sind.

In Niedersachsen und Hessen schreiben die Abiturienten in wenigen Tagen bereits ihre schriftliche Prüfung darüber….In Hamburg und NRW stehen die schriftlichen Prüfungen auch erst nach den Osterferien an.

Gerade für NRW können wir Ihnen daher noch Lernunterstützung bieten: vom 10. – 12. April 2017 findet in Dortmund unser SoWi-Abitur-Intensivkurs statt. In drei intensiven Lerntagen werden Sie alle abiturrelevanten Themen wiederholen, können ihre Fragen stellen und arbeiten an original Abituraufgaben. Der Intensivkurs ist bundeslandspezifisch und im Fall von NRW an den Vorgaben des NRW-Kultusministerium (Standardsicherung SoWi) ausgerichtet.

Gerne informieren wir Sie ganz individuell zum Thema SoWi (PoWi/PGW).

Ihnen beste Grüße

Martina Henn-Sax

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