Good Bye Themenschwerpunkte – Welcome Kerncurriculum

Das niedersächsische Zentralabitur war in den letzten 6 Jahren durch die sogenannten Themenschwerpunkte gekennzeichnet. Diese werden mit dem Abiturjahr 2011/2012 vom sogenannten Kerncurriculum abgelöst. Im folgenden Blogartikel will ich diesen Wechsel näher für das Fach Biologie in Niedersachsen betrachten.

Was passiert bei diesem Wechsel?

Nun, erstmal: Biologie bleibt Biologie. Inhaltlich ändert sich daher nicht viel und man könnte fast mit Herbert Grönemeyer „Alles bleibt Anders“ sagen. Warum gab es überhaupt die Themenschwerpunkte. Wieso werden diese nun durch ein Kerncurriculum ersetzt?
Es gab die Rahmenrichtlinien – Sonst nix!
Etwas übertrieben könnte man sagen: Bis zur Einführung des Zentralabiturs gab es die sogenannten Rahmenrichtlinienplan (es gibt ihn übrigens immer noch). Dieser ist aber sehr ausführlich, komplex und als Vorgabe für die Abiturprüfung fast nicht umsetzbar. Um für Schüler und Lehrer eine sichere Prüfungsgrundlage zu schaffen, wurden dann 2006 die Themenschwerpunkte als Grundlage der schriftlichen Zentralabiturprüfungen eingeführt.
Dies war besonders für die Schüler sehr hilfreich, da so eine genaue Liste als Lern- und Vorbereitungsgrundlage zur Verfügung stand. Natürlich gab in diesen Themenschwerpunkten auch immer wieder Stichworte, die sozusagen „Vom Himmel gefallen sind“. Will heißen: Punkte, die ohne eine Grundlage aus der 11. Klasse oder z.B. der nicht generell relevanten Molekularbiologie nicht zu erarbeiten waren. Trotzdem, die Themenschwerpunkte waren eine wirklich verlässliche, detaillierte Lernvorlage.

„Alles bleibt Anders“

Nun kommt mit dem Abiturjahrgang 2011/2012 das Kerncurriculum. Ein Lehrplan, der sich anders als in anderen Bundesländern nicht so stark über Inhalte definiert, sondern sich sehr stark an den sogenannten Basiskonzepten orientiert.
Das verunsichert nun erstmal, denn sowohl Lehrpersonal als auch Schüler müssen sich auf neue  Lehr- bzw. Lernstrukturen einstellen.
Für  das Fach Biologie (sicherlich auch für andere Fächer) macht das Kerncurriculum aber durchaus Sinn:
gerade die Biologie zeichnet sich durch eine extreme Informationsflut aus. (So sehen viele Schüler den „Biologiewald“ vor „Bäumen“ nicht mehr. Detail reiht sich an Detail, ohne dass ein großes Bild entsteht.) Mosaikstückchen reiht sich an Mosaikstückchen. Oft fehlt der „Schritt rückwärts“, der aus den einzelnen Mosaikstückchen ein großen Bild der Biologie entstehen lässt.
Das Kerncurriculum kann da tatsächlich Abhilfe schaffen.
Werden die  Basiskonzepte gut vermittelt, sollte ein Schüler in der Oberstufe dazu fähig sein Abituraufgaben zu lösen, ohne ein ausgefeiltes Detailwissen besitzen zu müssen….

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