Die Biologie als Wissenschaft des Lebens ist nicht von unserem Lebensalltag zu trennen. Erkenntnisse und biologisch-medizinische Methoden  und Handlungsweisen verändern unsere Umwelt, die Möglichkeiten Krankheiten zu heilen oder zukünftige Generationen zu beeinflussen oder zu gestalten. Diese sind Bereiche, in denen das Fachwissen der Biologie weit in den gesellschaftlichen Diskurs einfließt. Chancen und Risiken müssen abgewogen werden, Wissenschaft und Moral dürfen nicht alleine stehen. Der Kompetenzbereich Bewertung trägt dieser wichtigen Aufgabe Rechnung.

PID: ja oder nein?

Wie wichtig dieser Bereich der vier Kernkompetenzen ist  war vor wenigen Wochen zu sehen. So war die Frage der PID (Präimplantationsdiagnostik) aktuell im Bundestag diskutiert worden. Frei von Fraktionszwang waren die Abgeordneten gefordert eine Entscheidung zu treffen. Mit Sicherheit keine einfache Aufgabe!
So ist die PID in Deutschland – mit Bundestagsbeschluß vom 07. Juli 2011 – nur zulässig wenn aufgrund der genetischen Veranlagung der Eltern eine schwerwiegende Erbkrankheit beim Kind oder eine Tot- oder Fehlgeburt wahrscheinlich ist.

Zurück zur Qualifikationsphase:

Von den Schülerinnen und Schülern wird erwartet dass
•    Folgenabschätzung betrieben wird (kurz- bzw. langfristige Folgen; regionale bzw. globale Auswirkungen)
•    sie erkennen welche Problemsituation vorliegt und mit welchen Handlungen diese evtl. gelöst werden könnten
•    sie ethische Analysen führen können (hier Bsp. PID)
•    sie bewerten können. wie sich eine komplexe Problemsituation auf unterschiedliche zeitliche, räumliche und soziale Fallen auswirken
•    sie die Chancen und Risiken transgener Organismen erkennen und Argumente verschiedener Interessengruppen wahrnehmen
Sicherlich die anspruchsvollste und schwierigste der geforderten Kompetenzen. Aber mit Sicherheit auch die wichtigste!!

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