Gestern abend gab es ein Online-Seminar zum  Thema „BioAbi in Hessen 2012“.
Für alle, die nicht daran teilnehmen konnten anbei ein schriftlicher Vergleich zu den Handreichungen 2011 <-> 2012.

Was steckt in den Handreichungen 2012?

Welche Rückschlüsse kann man auf evtl. Aufgaben ziehen?

Welches sind die wichtigen Themenschwerpunkte in der Abiturvorbereitung?

Die Inhalte sind nach den Themenschwerpunkten der Halbjahre sortiert, ich stelle in dieser Übersicht dar, welche Themen neu in den Handreichungen sind, bzw. was von LK in Gk oder umgekehrt gerutscht ist…

Q1 -> viele Änderungen für den Grundkurs, vieles fällt komplett weg, Focus mehr auf Genetik/Molekularbiologie

Beginnen wir mit unserem Vergleich im ersten Halbjahr (nun Q1). Dort steht der Themenbereich Molekularbiologie/Genetik/Humangenetik im Mittelpunkt. Die bis 2011 bisher in jedem hessischen Landesabitur verpflichtende Ontogenese ist fast komplett aus den Handreichungen verdrängt worden. Jedoch: einzelne Stichpunkte sind immer noch in den Abiturvorgaben enthalten, diese sehr spezifisch so dass dies gute Anhaltspunkte für evtl. Abituraufgaben sein könnten.
2012 bringt viele Änderungen für den Grundkurs. So sind allein in Q1 sechs Themen bzw. Stichpunkte, die in den Jahren zuvor nur Schülerinnen und Schülern des LKs bekannt sein mussten (reproduktives Wissen) in die “Spalte” des Grundkurses gerückt.
So ist neu im reproduktiven Wissen des GK:

  • Bakteriengenetik: Bau und Vermehrung von Bakterien/ Versuche von Avery und Griffith/ Tranformation und Konjugation
  • Bausteine der DNA: Chargaff-Regel
  • Ort der Proteinbiosynthese:  Ribosomen (Prokaryoten)
  • Operon-Modell: Schema des Jacob-Monod-Modells
  • Methoden der Gentechnik: Funktion eines Restriktionsenzyms, Prinzip des Gentransfers durch Vectoren, PCR, genetischer Fingerabdruck, Gelelektrophorese

“Abgewandert” zum Leistungskurses ist das reproduktive Wissen über die Modelle der Raumstruktur von Proteinen bzw. Enzymen.
Alles was in den Jahren zuvor unter  Entwicklungsbiologie oder Ontogenese geführt wurde, ist nun in Q1C “ Biomedizinische Aspekte der Genetik” zusammengefasst. Gleichzeitig ist der verbindliche Unterrichtsinhalt “Stammzellen” deutlich erweitert. So ist 2012 als reproduktives Wissen folgendes im GK (und dann natürlich immer auch im LK) zu beherrschen:

  • Entstehung und Gewinnung von Stammzellen
  • Funktion totipotenter und pluripotenter Stammzellen
  • embryonale und adulte Stammzellen
  • induzierte und pluripotente Stammzellen

Unter dem Stichwort “verschiedene Formen des Klonens” sind die Gewebekulturen mit dazu gekommen.
Beim LK bleibt vielen wie es war. Natürlich sind alle reproduktive verbindliche Abiturinhalte des GK auch für den LK verpflichtend!!
So tauchen hier insgesamt nur 3 komplett neue Stichpunkte auf:

  • Epigenetische Modifikationen: Imprinting
  • Aktivitätsprofil der Gene: Steuerung der Genaktivität in verschiedenen Entwickphasen und Lebewesen
  • Genetische Aspekte der Immunreaktion: Prinzip der Antikörper

Q2 -> Fokus auf experimentelle Untersuchungen!

Aus dem ersten Halbjahr hinein in Q2, dessen Themenschwerpunkte sich aus Ökologie und Stoffwechsel zusammen setzten.
Auch hier eindeutig mehr Stofffülle, die nun im GK bewältigt werden muss.
Trotzdem zuerst eine Anmerkung um LK.
War im letzten Jahr der See das ausgewählte Ökosystem, so ist es 2012 der Wald, der als reproduktiv zu kennendes System genannt wird.
Ebenso neu:
ein Beispiel für Katalyse aus der Lichtreaktion der Fotosynthese
Für den GK wieder eine kleine Liste neuer Inhalte, die nun auch im Grundkurs reproduktives Wissen sind.

  • Populationswachstum: Wachstum einer Bakterienpopulation als Beispiel exponentiellen Wachstums
  • Prinzip der Schadstoffanreicherung
  •  Klimawandel: Treibhauseffekt

Insgesamt neu in den Handreichungen 2012 sind experimentelle Zugänge zum Unterrichtsfach Biologie. So ist das Vorgehen bei der Entwicklung eines wissenschaftlichen Experiments verbindlich für Gk und Lk. Dazu gehören die Punkte

  • Formulierung einer Versuchsfrage
  • Operationalisierung der Frage
  • Formulierung einer Hypothese
  • Theoretische Detailplanung und praktische Experimentdurchführung
  • Registrierung von Daten
  • Verifizierung/Falsifizierung der Hypothesen. Beantworten der Versuchsfrage
  • Kritische Reflexion der Daten bezüglich Messgenauigkeiten und statischtischer Aussagekraft

Übrigens scheinen es die Regelkreise den Verfassern der Handreichungen angetan zu haben…Thermoregulation als Anwendung für einen Regelkreis ist in den Handreichungen genannt.

Q3 -> Verhaltensbiologie “übernimmt” die Neurobiologie

In den Handreichungen 2012 taucht die Neurobiologie “nur” als physiologische Grundlage der Verhaltensbiologie auf. Das Thema Verhalten wird eindeutig stärker gewertet im Abiturjahr 2012. Auch hier wieder ein experimenteller Ansatz…
In Q3 aber ansonsten relativ wenige Änderungen. Besonders anzumerken ist, dass bei “Reize” und Rezeption nun das Auge als definiertes Beispiel für ein Sinnesorgan genannt ist! Gleichzeitig ist der Bau bzw. die Funktion des Wirbeltiernervensystems neu im GK! für den LK sind aber an diesem Punkt das Strickleiternervensystem und das Nervennetz weggefallen.
Bei “Handlungen” tauchen die Stichworte “Schlüsselreiz – Kinese – Taxie” neu auf.
Kompelett neu auch in Q3 ist der experimentelle Ansatz mit dem die Verhaltensbiologie nun gelehrt wird. Hierbei steht die Methode “Beobachtung” im Vordergrund.
So sind die Arbeitsschritte im Unterricht an einem beliebigen Beispiel zu erarbeiten:

  • Formulierung einer Frage, die durch Beobachtung beantwortbar ist
  • Operationalisierung der Frage
  • Theoretische Detailplanung und praktische Organisation der Beobachtungsorganisation
  • Registrierung der Daten
  • Kritische Reflexion der Daten bezüglich Messgenauigkeit und statistischer Aussagekraft.

Für den GK neu als reproduktives Wissen hinzugekommen ist im Themenblock “ Steuerung von Verhalten durch äußere Faktoren und innere Bedingungen”:

  • Prinzip der Abhängigkeit von physiologischen Zuständen von Umwelteinflüssen
  • von exogenen und endogenen rhythmisch auftretenden Faktoren
  • Beziehungen zum Hormonsystem

Dazu passend unter dem Punkt “Verhaltensänderungen”: Zugvögel als Beispiel auch in Bezug auf die Klimaänderung.
Neu im reproduktiven Wissen des Leistungskurses ist die präsynaptische Hemmung hinzugekommen. Diese findet ein schönes Anwendungsbeispiel bei der Wirkungsweise der Drogen und wäre somit ein gutes Beispiel für eine mögliche Abituraufgabe.
Ebenso neu sind die neurobiologischen Grundlagen des Lernens!
So genug des Vergleichs zwischen 2011 und 2012.
Lernunterstützung gibt es mit den BioAbi-Lernskripten, speziell auf das Bundesland Hessen und Ihr Abiturjahr 2012 zugeschnitten:
Q1: Molekularbiologie – Humangenetik
Q2: Stoffwechselphysiologie – Ökologie
Q3: Neurobiologie – Verhaltensbiologie
Ihnen Viel Erfolg!

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