Liebe Blogleser,
heute mal ein Wirtschaftsthema. Wirtschaft kommt auf meinem sehr an der Biologie orientierten Blog nur sehr selten vor.
Eine Meldung der Hans-Böckler-Stiftung, die ich heute morgen in meinem Mail-Postfach fand ist es aber mehr als wert hier diskutiert zu werden. Übrigens: vielen Dank für die gut dokumentierten und hervorragend aufbereiteten Materialien, die vom WSI (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut) online zur Verfügung gestellt werden.

Arbeitszeiten für Männer und Frauen

So steht in der Veröffentlichung des WSI, dass in den letzten 20 Jahren zwar mehr Frauen generell arbeiten, aber diese mehrheitlich in Teilzeitarbeitsverhältnissen tätig sind.
Hier ein Zitat aus dem Artikel der Böckler-Stiftung:

Einerseits haben im Vergleich zum Anfang der 1990er Jahre lange Arbeitszeiten jenseits von 41 Wochenstunden zugenommen, andererseits sind sehr kurze Arbeitszeiten unter 15 Stunden weiter verbreitet. ……..
Weibliche Erwerbstätige arbeiten im Durchschnitt 30,6 Stunden pro Woche, das sind 9,5 Stunden weniger als männliche Erwerbstätige.

Die Quote der weiblihen Teilzeitbeschäfigung ist (seit 1991) von 5,8 auf heute 13,9 Prozent gestiegen. Bei den Männern steigt der Trend zur Teilzeitbeschäftigung ebenso, liegt aber insgesamt nur bei 3,8 %.

Teilzeit und Rente

Das Problem der Teilzeitarbeitsplätze zeigt sich im Rentenalter. Oftmals kann eine Wochenarbeitszeit von weniger als 20 Stunden eine eigenständige Versorgung im Altern nicht garantieren. Während gut 85% aller Männer 36 Stunden pro Woche (und mehr) arbeiten, sind dies bei den Frauen nur knapp 50%. (Anschauliche Graphik dazu unter http://www.boeckler.de/39007.htm)
Überlegt man sich, dass Teilzeitjobs nicht die Arbeitsplätze mit einem hohen Stundensatz sind, dann fällt die Rente mehr als mager aus!
Frauen laufen vermehrt in Altersarmut, sind sie nicht über eine traditionelle Versorgung durch den Ehemann gestärkt. Das scheint mir kaum zeitgemäß!

Kinderbetreuung und Arbeitszeiten

Warum ist das so? Ganz offensichtlich ist die Zeit für Kinderbetreuung immer noch ein Grund in die Teilzeit zu gehen. So zeigt sich die Anzahl der Kinder deutlich in der verringerten Arbeitszeit der Mutter, nicht jedoch in der des Vaters. Das macht Sinn, da die Mutter von Natur aus wenigstens 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt eines Kindes ausfällt (es sei denn sie ist selbsständig:-)) und auch danach durch Stillen usw. eher an das Kind gebunden sein mag….
Was mich in der Graphik der Hans-Böckler-Stiftung mehr als verwundert ist, dass auch Frauen ohne Kinder wesentlich kürzere Wochenarbeitszeiten haben als Männer… Interessant die Begründung durch Befragung der Frauen:

Ansonsten arbeiten Frauen ohne Kind(er) vor allem deshalb Teilzeit, weil sie keine Vollzeittätigkeit wünschen (31,5 %) oder weil keine zu finden war (27,4 %).

Ich lasse das mal besser ohne Kommentar meinerseits stehen, so dass sich jeder sein eigenes Bild machen kann.
Wünschen würde ich mir aber für die Zukunft, dass sich Frauen mehr zutrauen und mehr Verantwortung in der Wirtschaft übernehmen, genauso wie man es Männer zutrauen sollte mehr Familienverantwortung zu tragen:-)
Mehr Informationen und anschauliche Graphiken finden sich unter http://www.boeckler.de/wsi_38957.htm
Mit Sicherheit auch interessante Materialien für ein Referat in PoWi!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.