Liebe Blogleser,

was verstehen Sie unter Rekapitulation?

In der Regel werden Sie zusammenfassen und wiederholen als Synonyme im Kopf haben. Sie lesen z.B. einen neuen Text und fassen Ihre Erkenntnisse daraus zusammen um die Informationen zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen. Sie rekapitulieren den Inhalt. Für den Lernvorgang ist Rekapitulation unablässig. Sich mit Inhalten auseinandersetzen und diese zu wiederholen ist essentiell für den Lernerfolg.

Rekapitulation für Evolutionsbiologen

Evolutionsbiologen verstehen unter Rekapitulation etwas völlig anderes (Definition nach Ernst Mayr; Das ist Evolution; Bertelsmann-Verlag; 2001/2003):
Als Rekapitulation bezeichnet man das Auftauchen und spätere Verschwinden von Strukturen während der Embryonalentwicklung. Diese Strukturen können in verwandten systematischen Gruppen während der Embryonalentwicklung erhalten bleiben und ebenso in der adulten Form auftauchen.
Ein Beispiel ist das Ausbilden von Zähnen bei der Embryonalentwicklung von Bartenwale, die zu einem späteren Zeitpunkt der Entwicklung wieder verschwinden. Genauso beobachtet man die Ausbildung von Kiemenspalten in Vögel- und Säugetierembryonen.
Eine frühe Ordnung aller Lebewesen, die scala naturae, sortierte Lebewesen von „EINFACH“ zu „KOMPLEX“. So stand das Rekapitulieren für die Wiederholung dieser Hierarchie der Lebewesen innerhalb der scala naturae. Haeckel (dessen wunderbare Zeichnungen verschiedener Embryonen sie sicherlich kennen) formulierte die Beobachtung wie folgt => Die Embryonalentwicklung stellt die Wiederholung der Stammesentwicklung dar => „die Ontogenese ist die Wiederholung der Phylogenese“

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