Liebe Blogleser,
diejenigen, die immer mal wieder in diesem Blog vorbeischauen, die Wissen: Unser abiturlernen Motto ist:

Lernzeit ist Fokuszeit

Dazu stehen wir hier bei abiturlernen.de auch felsenfest. Das heißt nicht, dass ein Handy (oder inzwischen doch viel besser Smartphone) nicht zum Lernen oder in der Schule eingesetzt werden kann.
Zu dem heutigen Blogartikel hat uns ein Bericht von Martin Müller (schulstart.de) inspiriert, der vor wenigen Tagen unter diesem Titel veröffentlicht wurde:
„Digitale Bildung: Jetzt MACHEN statt reden!!

Das Handy – ein Zankapfel von Anfang an…

Schon früh war zu erkennen, dass im Handy mehr steckt als nur ein Telefon. Und so war die Nutzung in der Schule von Anfang an „verteufelt“. Ich erinnere mich noch gut an Messegespräche mit Besuchern auf der didacta 2009, die die Möglichkeit der Lernapplikation auf einem (damals noch Nokia) Handy als Untergang der Lernkultur bezeichnet haben. Heute hat jeder Verlag, der ein bisschen was auf sich hält neben den gedruckten Büchern auch eine mobile Lernapplikation. Lernen mit dem Smartphone ist möglich. War es schon immer, wird es immer sein. Die Frage ist: ist es immer sinnvoll das Handy in den Schulalltag einzubinden oder soll es da besser draußen bleiben?

Smart lernen ohne Phone…

Erst vor Kurzem habe ich hier einen Blogartikel („Smart lernen ohne Phone„) zu diesem Thema getippt. Lernen ist effizienter „ohne“. Die Ablenkungen eines Smartphones stören. Unsere so Multitasking-fähige Welt ist GIFT für den kreativen Lern- und Verstehprozess. Ein summen hier, ein Blinken dort. Schon sind 30 Minuten Zeit verloren, bis der Fokus wieder auf dem Thema liegt, das vor der SMS oder nur dem SMS-Summen angesagt war.

Multitasking kostet Zeit und Kraft. Ganz oft bleibt dann keine Energie für den Lernprozess über. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt dies im Stressreport 2012 ebenso kraftvoll wie Artikel aus Welt und ZEIT, die deutlich früher veröffentlicht wurden und über amerikanische Studien berichten.

Wann ist die Smartphone-Nutzung  in der Schule hilfreich, wenn ist sie hinderlich?

Wann ist die Smartphone-Nutzung sinnvoll? Wann kann und soll sie den Unterricht bereichern?

Um Neugier an einem Thema zu wecken, um Medienkompetenz zu schaffen, um schnell Informationen nachschlagen zu können, um Experimente zu filmen, Zeiten zu messen, mit Fotos zu dokumentieren….die Liste kann endlos weiter geführt werden. Das Smartphone soll Werkzeug zum Lernen und Verstehen sein, nicht Ablenkungspotential. Ein smarter Lehrer weiss dies sicherlich kompetent einzusetzen

Wann ist das Smartphone hinderlich?

Wenn kein Unterricht stattfinden kann, das es summt, brummt oder klingelt. Wenn statt zuzuhören SMS getippt werden. Wenn die letzte Schlägerei erfolgreich auf Facebook oder in der Whatsapp-Gruppe gepostet wird…
Aber ist hier das Smartphone wirklich das Problem? Solche Stör-Aktionen gab es schon lange vor den  „mobilen Zeiten“ Es gab zu jeder Zeit Schüler, die den Unterricht gestört haben, es wurden Zettelchen geschrieben und von Bank zu Bank gereicht…etc. will den Punkt nicht weiter ausführen. Das Smartphone ist nicht das Problem. Der Umgang damit im Zweifelsfall schon.

Die Schule und das reale Leben…zwei Dinge, die (nicht?) zusammenpassen?

In Deutschland hinken wir Entwicklungen hinterher, wenn es um die curriculare Umsetzung geht. Digitalisierung, Nanotech, virtuelle Konferenzräume…die Welt außerhalb der Schule ist in allen Bereichen der Forschung, Wirtschaft, Dienstleistung eine digitale Welt geworden. Wir dürfen nicht die Kreativität und den Ideenreichtum der kommenden Generation dadurch abbremsen, dass die digitale Welt in der Schule „verboten“ wird. Nicht erst seit der Entwicklung der Smartphones…die Schule sollte nicht ein Schutzraum, sondern ein Vorbereitungsraum für die zukünftigen Mitarbeiter, Führungskräfte und Ideengeber dieser Gesellschaft sein.
Ich kann verstehen, dass das Bildungsbudget nicht jeden Schritt dieser schnellen Entwicklungsprozesse mitgehen kann. Das ist richtig. Es geht um Verständnis, Zusammenhänge und Strukturen die erkannt und verstanden werden müssen, da muss es nicht immer der neuste Tech-Schnickschnack sein, sondern die gute alte Kreidetafel kann jede gut strukturierte Unterrichtseinheit erfassen.
Mehr Geld in den Bildungsbereich fließen zu lassen ist sicherlich sinnvoll. Die Frage ist vielleicht eher das „wie“ und nicht das „ob“. Nur wenige Jahre nach dem Smartboard-Hype bleibt so manches Board ungenutzt, da aber wegen eines verbaselten Software-Updates die Schreibunterstützung nicht mehr funktionsfähig ist….
Vielleicht ist es Zeit darüber nachzudenken, wie die in jeder Schülerhand vorhandenen mobilen Geräte oder Computer genutzt werden können…ohne dass immer ein Klassensatz identischer (und dann schnell veralteter) Geräte vorhanden sein und dann auch fachgerecht gewartet werden muss.
Viele Schulen haben ein Handyverbot. Das ist gut, denn Schulstunden sollen Lernstunden sein. Volle Konzentration auf den Unterricht. Trotzdem sollte es jedem Lehrer freigestellt sein die Möglichkeiten der Smartphone-Nutzung in seinen Unterricht einzubauen…und damit ein neues Potential des Unterrichts und seiner Schüler zu nutzen.
Beste Grüße
Martina Henn-Sax
P.S.: und noch ein Nachtrag zum Handyverbot: Mal ganz ehrlich: wie angenehm ist die lange Busfahrten mit der 9. Klasse auf dem Weg zu einem Besichtigungsort, wenn die Schülerinnen und Schüler nach Herzenslust „daddeln“ dürfen…

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