Gestern war im Norden der Republik zum ersten Mal der Reformationstag! Nach den Diskussionen ob 9 gesetzliche Feiertage in den Bundesländern wie Niedersachsen, Bremen und Hamburg im Vergleich zu 12 (+2) Feiertagen z.B. in Bayern wohl ein bisschen wenig waren. Ein neuer Feiertag der uns mit ein paar Minuten zum Durchatmen beschenkt hat. Ein neuer Feiertag für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, ein etablierter Feiertag für Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. der 31.10. ist frei! Der 31.10. ist Reformationstag.

Der Osten und Norden der Republik wäre sicherlich anders ohne Luther!

Man kann sich fragen, warum gerade der Reformationstag als Feiertag für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen interessant war. Hätte man nicht den Weltfrauentag, den Weltkindertag oder irgend ein neues noch „unbesetztes“ Datum für den freien Tag nehmen können?

Sicherlich, aber das hätte bundesweit noch mehr Probleme gemacht. In Baden-Württemberg denkt man eben nicht dran wann in Niedersachsen Feiertag ist und umgekehrt!

Zurück zu Luther. Das Datum 31.10. wird mit Luthers „Thesen-Anschlag“ in Verbindung gebracht. Martin Luther, der unzufrieden mit den Zuständen seiner Kirche einen Neuaufbruch einfordert. Mit Luther verändert sich das Land, nicht nur der Glaube. Auswirkungen auf das Leben an sich, die Kunst, die Musik etc. auch die Rechtssprechung und die Verteilung der Konfessionen über das Land hinweg (wessen Land, dessen Religion).

Wie sinnvoll sind Feiertage – eine Diskussion für den PoWi/SoWi-Unterricht

Ein arbeitsfreier Tag ist sicherlich toll für alle! Ich habe den Reformationstag gestern genutzt um zu nähen, zu lesen, einfach auszuspannen und die gütige Herbstsonne zu genießen. Aber ist dies volkswirtschaftlich sinnvoll. Betriebe blieben geschlossen, keiner konnte einkaufen….Das Bruttosozialprodukt (BSP, oder Bruttoinlandsprodukt: BIP)wächst nur wenn produziert und konsumiert wird.

BIP – kann man wirklich alles in Zahlen fassen?

Gute Frage! Das Brutteinlandsprodukt weisst nicht aus, wie glücklich, wie gesund oder motiviert sich seine Bürger fühlen. Es steht für den Gesamtwert aller Güter (=Waren und Dienstleistungen)(, die in einem Jahr innerhalb eines Landes bzw. einer Volkswirtschaft hergestellt wurden.

Ein Feiertag sollte dieses BIO um 1/365 schmälern. Oder ist es vielleicht genau umgekehrt?

Mehr Feiertage – mehr Produktivität?

Schaut man sich die Produktivität an, dann ist nicht unbedingt das Land mit den meisten Arbeitstagen, das Land in dem die Produktivität am Höchsten ist! Das zeigen Statistiken sehr genau!

Vielleicht ist es produktiver einen Tag auszuspannen, Zeit mit der Familie zu verbringen, endlich die Herbstbasteleien anzufertigen etc. um dann am nächsten Arbeitstag mit voller Kraft produktiv zu sein. Wer weiss. Ich persönlich begrüße den neuen Feiertag für den Norden!

Das Problem: Warum nicht Feiertage, die in der ganzen Republik einheitlich sind…

Was ich nicht so gut finde:

So hatten wir Niedersachsen den gestrigen Tag frei, Bayer, BW, NRW … haben heute frei um Allerheiligen zu begehen. Volkswirtschaftlich fallen so zwei Tage in dieser Woche flach. Wir hatten unser Büro gestern nicht besetzt, zur Überraschung aller Kunden aus Hessen und NRW, die nach einigen Versuchen, uns dann über die Mobilverbindung erreicht haben.

Genauso geht es mir wenn ich Rosenmontag versuche einen Menschen in Köln zu erreichen oder am Dreikönig in Bayern. Wir werden uns daran gewöhnen und so unterschiedlich wie die einzelnen Bundesländer, sollen auch ihre Feiertage sein!

Dann allen ein ruhiges Allerheiligen – Wir Niedersachsen arbeiten heute wieder!

 

 

 

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