Strukturwandel ist vor allem Abiturthema in Politik & Wirtschaft, Sozialwissenschaften und auch Fächern wie Geographie/Erdkunde. Aber auch Fächer wie Deutsch und Englisch greifen das Thema in Form von Lektüren und Kurztexten auf….

Die Süddeutsche Zeitung hat in Ihrer Pfingst-Ausgabe vom 8./9./10. Juni diesen Jahres eine interessante Zusammenstellung von Berufen und deren gesellschaftlichen Bedeutung herausgearbeitet, die diesen Wandel in der Wirtschaft gut deutlich macht.

Den Strukturwandel an Berufsbildern sichtbar machen

So haben die Journalistinnen  (Infografik: Sara Scholz//Text und Recherche: Jutta Pilgrim) die beliebtesten (meist gewählten) Ausbildungsberufe im Zeitraum 1950 bis 2018 ausgewertet. Die Berufsklassen wurden nach Geschlecht (Männerberuf/Frauenberuf) unterteilt.

So war der „Knappe“ 1950 noch unter den ersten Zwanzig Berufsbildern, die junge Männer gewählt haben. Heute fragt man sich was ein „Knappe“ sein soll? Mittelalter oder „Games of Thrones“ könnte man tippen….Nein, der Knappe ist die offizielle Bezeichnung des „Bergmanns“. Dieses Berufsbild findet sich allerdings schon in den sechziger Jahren nicht mehr unter den „Top Twenty“.

Auch Bäcker verschwinden langsam aber sicher…so waren die Bäcker 1950 noch auf Platz #5, im Jahr 2018 sind sie nicht mehr als Ausbildungsberuf unter den ersten Zwanzig gelistet.

Der eine kommt, der andere geht…Strukturwandel vom Knappe zum Fachinformatiker

Während der Kanppe und der Bäcker verschwinden, sind andere Berufe stark im Kommen. So ist z.B. der Fachinformatiker aus dem Nichts (Ausbildung wurde 1999 offiziell eingeführt) auf Platz #3 der Rangfolge im Jahr 2018 vorgedrungen.

Die Welt der Computer und der Datenverarbeitung zeichnet sich auch in den Ausbildungsberufen ab. Damit auch der Strukturwandel vom Bergbau, über die Industrie zur Welt der Information und Kommunikation.

Strukturwandel: Kauffrau geht immer!

Schaut man sich die Ausbildungsberufe an, die vorwiegend von Arbeitnehmerinnen gewählt werden, dann ist ziemlich offensichtlich, dass Kaufmann sein, sehr beliebt ist.

So finden sich unter den ersten zwanzig Ausbildungsberufen allein 9 Ausbildungsberufe im kaufmännischen Bereich:

  • Kauffrau für Büromanagement (#1; früher Bürokauffrau)
  • Einzelhandelskauffrau (#4)
  • Verkäuferin (#5)
  • Industriekauffrau (#6)
  • Hotelfachfrau (#8)
  • Kauffrau im Groß- und Außenhandel (#9)
  • Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk (#12)
  • Bankkauffrau (#13)
  • Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung (#16)
  • Kauffrau für Versicherung und Finanzen (#18)

Strukturwandel -> wo sind all die Schneiderinnen?

Auf dem „weiblichen“ Ausbildungsmarkt gibt es ein Berufsfeld, das heutzutage in der Bundesrepublik keine Rolle mehr spielt. Schaut man die Rangliste 1950 an, so finden sich sieben verschiedene Schneider-Ausbildungen. Damenschneiderin, Herrenschneiderin, Wäscheschneiderin….Schon 1967 bleibt nur die Damenschneiderin, heute ist kein Schneiderberuf mehr in der Liste der ersten 20 Ausbildungsberufe zu finden.

Strukturwandel -> Stichwort „Internationale Arbeitsteilung“, „Outsourcing“, „Billiglohnland“

Warum ist das so? Wo sind denn all die Schneiderinnen hin?

Das Nähen von Bekleidung ist recht zeitaufwändig und erfordert damit viel teure Arbeitszeit….Werfen Sie einen Blick in Ihre Kleidung! Wo wurde die produziert? Ein „Made in Germany“ zu finden ist fast aussichtslos, es sei denn, Sie haben Ihre Jacke, Bluse oder Hose vom Maßschneider erstellen lassen…

Die Herstell-Länder für Kleidung sind

  • China
  • Bangladesh
  • Kambodsha
  • Türkei
  • Italien

Der Kampf um den billigsten Markt tobt. Und das trifft nicht nur die „Billig-Produzenten“ sondern durchaus auch renommierte Markenware…Das ist Wirtschaftspolitik, Globalisierung und Nachhaltigkeit auf einen Schlag…

Wo kommt unsere Kleidung her?

Hier zeigt sich Strukturwandel ganz deutlich und das Thema „Bekleidungs-Industrie“ stellt eine gute Diskussionsgrundlage für den Unterricht in Politik, Geographie oder auch Fächern wie Englisch etc. dar. Und natürlich ein gutes Diskussionsthema für mündliche Abiturprüfungen!

Strukturwandel: Was ist sicher?

…nun: gegessen wird immer, Menschen sind krank, gestorben wird immer und auch Haare wachsen ob es der Konjunktur gut oder schlecht geht….

Alles andere ist im Fluss…

Strukturwandel: Wählen Sie einen Beruf/ein Studium das Ihnen Spaß macht…

Vielen Dank an die Süddeutsche für die Zusammenstellung und Aufbereitung der Daten und an das Statistische Bundesamt, das Jahr für Jahr diese Daten für uns sammelt!

 

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